Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Juden, und ihre gerechten Ansprüche an die christlichen Staaten
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 6)
- Language
- German
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85 ",*־"""'.■ Juden. Während der vielen Kriege in Frankreich haben, wie es notorisch ist, die Juden zu Wien, Berlin, Frank-- furt, Hamburg , Augsburg und andern Orten immer beträchtliche Summen sofort vorgeschossen, um die von den Franzosen auferlegten Contributionen zu bezahlen, und Len fürchterlichen Druck, unter-dem die Länder inzwischen seufzten, zu heben. Es würde manchem deutschen Gebiethe, mancher Stadt sehr übel ergangen sein, um den starken Geldbeitrag herbei zu schaffen, den die sprechende Noth des Augenblicks erheischte , wenn sie nicht von den jüdisehen Einwohnern hierzu unterstützt worden waren. Zwar haben die Juden solche Vorschüsse nicht ohne Interessen gegeben; allein gaben denn die Christen die ihrigen umsonst her? —. haben die christlichen Kaufleute, Banquiers und Capitalisten nicht die nemlichen Procente von ihren Mitbürgern bezogen, wie die Juden? — oder soll der Jude vielleicht den Großmüthigen und Uneigennützigen spie-׳ len, da er doch , wie der Christ, nur von den Vortheilen seines Gewerbes leben und subsistiren kann? — In den täglichen Geschästsberührungen des Juden mit dem Christen zeigt er in der Lhat, daß ihm die christlichen Bürger, unter deren Schutze er diese Geschäfte ausübt, ein Gegenstand seiner wahren Hochachtung sind. Es erlaubt sich gewiß nicht leicht ein Jude, einen honetten christlichen Bürger in dem Wechsel des kaufmännischen Verkehrs Anträge zu machen, um ihn zu hintergehen, oder zu überlisten; vielmehr geht er gegen einen solchen Mann gerade zu Werk, um auch künftig mit ihm in ehrenvollen Verbindungen zu bleiben. Das wissen auch viele christliche Kaufleute, und wenden sich daher in Noth-