Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Feder und der Degen
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 414 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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׳4*4 zufassen und dessen Sinn in da6 Innerste meines Herzens einzuprägen." Chabrr ergriff das Wort und begann also: ״ Am Hofe eines mächtigen Regenten der Vorzeit ent» stand einst ein hitziger Rangstreit zwischen den Rathen, welche das Staatsruder führen und mittelst der Feder den Willen ihres Königs zu vollstrrcken suchen und den obersten Befehlshabern seines Kriegesheers, denen die mör« dcrischen Waffen des Eisens zu Gebote stehen. ״Die Beredtsamkeit, sagten jene, ist uns z» Theil worden. Wir sind die Helden der Berathschlagung, die Eeweiheteu der Gesetzgebung. Aus unserm Munde kom» men die Sprüche der Klugheit, bei deren Zauberklange die losegewordnen Pfeiler Les Reichs sich wieder aneinan» der fügen und das Staatsgebäudr von Neuem befestigen. Unsere Hand leitet die Feder, das bedeutende Werkzeug dem nichts Widerstand leisten kann; denn es be» sitzt die Kraft, den Einfältigen Verstand, den Weifen Ein« sicht zn verleihen. So klein und unansehnlich ihrAeußereS auch ist, so weichen ihr dennoch die Tapfer» mit gezücktem Schwerte, und die stolzen Fürsten beugen vor ihr das Knie; sie gebeut, und von ihrer Größe stürzen sie hinunter in des Todes dunkle Kammer. ״Ja, fuhren sie im pathetischen Style fort: Wir sind des Thrones unerschütterliche Stütze, Der Vaterlandes Stolz, des Reiches Ehr' und Ruhm. In unsrer Hand die Feder dämpft der Feinde Hitze, Und schirmt des Königs Haupt, gleich einem Heiliathum; Umringt von einer Schaar erprobter Staatsbewahrer,