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Sulamith · 1812-01-01 · Heft 2 · p. Seite 413

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
4 (1812)
Issue
Heft 2
Article
Die Feder und der Degen
Date
1812-01-01
Page
Seite 413 (sequence 2)
Language
German
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—— 4n bewillkomnmete ihn freundlich; wie erstaunte ich aber, als ich ihn aufmerksamer betrachtete und unt׳r dem elenden Anzüge meinen Jugendfreund, den gelehrten Haber Ha« kcni, erkannte, in deffn Gesellschaft ich einst so viele angenehme Tage verlebt hatte. Eine stumme Umarmung und eine beredete Throne war alles, womit wir uns un« fere gegenseitigen Empfindungen zu erkennen gaben. Ent« fchwunden war nun meine bisherige Angst, an ihre Stell« trat ein sanftes Gefühl des geselligen Entzückens, das sich meines ganzen Wesens bemeisterte. Ich ließ ihm ein klei« «es Mahl bereiten, so gut es sich bei Nachtzeit und in der Eile thun lassen wollte, und ergötzte mich an dem Anblick, meinen Freund mit so vollem Appetite essen zu sehen. Als er die Mahlzeit geendiget und seinem Schöpfer gedankt hatte, löseten sich die Bande seiner Sprachorgane, die Schätze seiner Beredtsamkeit thaten sich mir auf und Worte der Weis« heit stoffen von seinem Munde. Ich war im Begriff, die lehrreichen Worte meines Freundes in mein Tagebuch auf« zuzeichnen, doch die Feder versagte mir ihren Dienst und entglitt meiner erstarrten Hand. Eine zweite die ich ergriff, widerstrebte gleichfalls meinem Wunsche, und ich warf sie mit Unwillen von mir. ״Warum, versetzte mein Freund, wirfst du die Feder so verächtlich hinweg? Ist sie es nicht, die Gott selbst zur Vcrkünderin seines Willens, zur unver« siegbacen Quelle des Segens bestimmte? — Kenntest du den Umfang ihres Verdienstes, gewiß, du würdest sie scho« nender behandeln. Doch willst du die sinnreichen Worte hören, in denen sie selbst einst die Hoheit ihrer Würde aus« gesprochen, so bin ich bereit, sie dir mitzutheilrn." Rede, sagte ich, ich bin ganz Ohr, jedes deiner Worte auf-

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