Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gedanken und Ansichten, die Israeliten betreffend
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 409 (sequence 18)
- Language
- German
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409 -ReligionsfchultN, wo nicht bloß auf Religionskenntniß, sondern und vorzüglich auf Entwickelung des religiösen Sinnes, auf eckte Religiosität gesehen wird, müssen für die Bekenner des Iudenlhums besonders organistrt werden. In diesen Eckulen, deren Leitung wahrhaft gebildeten und moralisch erprobten Männern unter den Israeliten übertragen sein muß, wird auch zugleich die hebräische Sprache gelehrt — so weit es dem zu bestimmenden Zweckt angemessen sein wird. Wünschenswerth wäre es, wenn in diesen Religionsschulen zweckmäßige Andachtsiun« den, ausschließend für die Jugend, angeordnet und feierlich gehalten würden. Der Gottesdienst der rei« fern Erwachsenen paßt niemals für die noch unentwickelte Jugend: anstatt daö fromme Gemüch des kleinen Beten« den in Andacht dem Allvater zu nähern, unterdrückt er das erwachende religiöse Gefühl durch Gebete und Hand« lungen, die über das zarte Alter der kindlichen Unschuld hinausgehen und daher auch nicht ansprcchen. — Sind die jungen Gemütber durch passende Andachtsübungcn feier« lich gestimmt und zur Religion geheiligt: so kann der Religionslehrer einfache — aber nicht lange — Vorträge moralischen oder religiösen Inhalts halten, die alsdann in dem aufgeregten Boden segcnreich gedeihen werden. -Jede unvorbereitete Verbesserung findet selbst als solche hartnäckigen Widerstand, und das beab« sichtigte Gut« zerstört sich bann im Werden. Das sollte man immer bedenken, und nicht die Zukunft gewaltsam in V, Jahrg. U. Baiib, F f