Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gedanken und Ansichten, die Israeliten betreffend
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 410 (sequence 19)
- Language
- German
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4ro dir Geaenwart berüberzieben wollen. Wrr auch dt» beste» Damen in einen unbearbeiteten Boden streuet, rechne auf kein lNedeihen. Eben so unzweckmäßig ist es, eine Ver« dksscninq rnil der Hinw gräumung unbedeutender Dinge z» beginnen, die bei der Menge in einigem Ansehen stehen; das reizt die Gemüther, anstatt sie für das Gute empfäng» licher zu machen. Sturm und Sonne, erzählt die Fabel, strebten einst um die Wette, einem Wanderer feinen Man« tel zu entreißen. Ir heftiger der Sturm tobte, desto fester hüllt« sich der Wanderer in seinen Mantel ein. Als aber die Sonne anfing ihre erwärmenden Stralen zu der« breiten, da legte der Wanderer von selbst das Lästige ab — und die sanfte freudenbringende Königin» des Ta« ges ward Siegerinn über den brausenden Orkan. Vor« urkheilt fallen und Mißbräuchö schwinden, sobald sie ganz erkannt werden. Um aber die Zeit dieser Crkenntniß bald herbei zu führen, strebt jeder, der einen Wirkungskreis hat. das Duffere, so viel er vermag, mit Einsicht um sich her zu verbreiten; strebe kraftvoll durch Wort und That wahre Aufklärung und echte Religiosität zu lehren, damit in unserer heiligen Religion nicht nur ihr Gewand sondern stets sie selbst verehrt werde. Bei diesem langsamen aber sichern Weg zur umfassen« den Verdessrunq des Zustandes unserer Religionsver« wankten, ist eS auch zweckk׳enlich, wenn fähigere Kopfe nicht nur in i-rem Kreise durch geräuschloses Thun das Besser zu befördern streben, sondern ohne Leidenschaft und Vorurlbrile, wahre Kultur und echte Humanität auch durch S ch r»f t e n zu verbreiten suchen. Gründliche Ein»