Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gedanken und Ansichten, die Israeliten betreffend
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 408 (sequence 17)
- Language
- German
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40g ———׳• |tn Ctüat ist, würde indessen nicht hinlänglich sein, wenn dir Regierung bei dieser äußerlichen Umänderung stehen bleiben wollte. Die höhere Würdigkeit des Israeliten kann gegenwärtig vorzüglich, ja fast einzig, durch Erzie« hu ng bewirkt werden. Jedes andere Mittel, allein an« gewendet, wird immer negativ bleiben und nicht zum Zwecke führen. Hinter Erziehung, sagt der größte Philo« foph des vorigen Jahrhunderts, steckt daS große Geheim« niß der Vollkommenheit der menschlichen Natur — und es ist entzückend sich vorzustellen, daß die menschliche Na« tur immer besser durch Erziehung werde entwickelt werden, und daß man diese in eine Form bringen kann, die der Menschheit angemessen ist. Dieß eröffnet uns den Prospekt zu einem künftigen glücklichern Menschenge« schlecht. — Der Staat muß demnach, wie bei seinen christ. lichen, so auch bei seinen Israelitischen Unterthanen, über das ErziehungSwesen mit Weisheit wachen; er muß ernst« lich sorgen, daß die Jugend gebildet werde, damit er ein Geschlecht erhalte, das seine dauerhafte Wohlfahrt zu befördern vermag. Privaterziehung darf bei den Jsrae« fiten, auS leicht einzusehenden Gründen, so wenig als möglich zugelassen werden — und wo sie allenfalls zuläs« sig ist, muß der Erzieher und Lehrer wenigstens von einer höhern Behörde geprüft und anerkannt worden sein. Gemeinsam muß d>« Jugend nach geprüften Grundsätzen gebildet werden, damit nicht nur Harmonie und Einheit in jedem Individuum, sondern in dem Ganzen bewirkt werde. Die Israelitischen Schulen, welche desfalls zu vrganisiren wären, müßten unter dem Schutze der Regie« rung stehen.