Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gedanken und Ansichten, die Israeliten betreffend
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 407 (sequence 16)
- Language
- German
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— 4<>7 der konnte diesen seltsamen Glauben als Lehre» als H a u p t» lehre der Mischen Religion betrgchten, — da die Idee eines ausschließenden Nationalgottrs dem Wesen des Iudenthums durchaus zuwider ist. Unzahl,ge Stellen in den alttestamentlichen Schriften, im Talmud und in den täg. lichen Gebeten der Israeliten drücken bestimmt genug die Darstellung von einem allgemeinen Gott» von einem huldvollen Menschenvatcr aus, dessen Liebe nicht nun alle Menschen» sondern vielmehr das ganze All mit Vater« armen umfaßt.. Der Glaube an einen Nationalgott, der sich gar nicht im Judenthume findet, kann glfo unserseits kein Hinderniß zur Identifikation sein. Der wahre Jsraelit liebt jeden» der das Gute liebt; ja, man kann der Wahrheit vollkommen gemäß, behaupten, daß gegenwärtig mehr Vertragsamkeit und Liebe bei den Juden gegen die Bekenner des Christenthums, als bei diesen gegen die Juden herrscht. — Zur Theilnahmr an allen StaatSar« beiten haben sich unsere Religionsbrüder langst anh.tschig gemacht» wenn ihnen mit gleichen Verbindlichkeiten auch möglichst gliche Rechte zu Theil werden. Rur muß die Lieblosigkeit einzelner unchristlicher Individuen den Jsratlilen bei dem aufrichtigen Streben nach einem festen bürgerlichen Verein keine Hindernisse in den Weg legen, wie dieß noch jetzt so häufig geschieht. Das neue aufgeklärtere Zeitalter muß den verjährten Haß — der gegenseitig die Rechnung abschliefirn kann — nachdrücklich zu verbannen suchen, «nd Bruderliebe und herzliche Verträglichkeit überall herrschen lassen. Diese staatsbürgerliche Adoption, so unumgänglich nothwcndig sit sowohl für dir Israeliten als auch für den gan.