Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gedanken und Ansichten, die Israeliten betreffend
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 405 (sequence 14)
- Language
- German
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405 übrr jede Veredlung hocherhaben. Das Uebel nimmt tag« lich in jäher Steigerung zu und man scheint im Ganzen wenig darauf zu achten, daß die Würde des Men« schen und die nöthige Ordnung dabei zu Grunde gehen. Wem die Religion gleichgültig sein kann, dem ist es im Grunde auch gleichgültig, ob Wahrheit oder Jrrthum, Tugend oder Laster, Glück oder Elend unter den Men« schen herrsche. Wer Gott, den Menschenvater, nicht kennt oder nicht liebt, wird er den Menschen uneigen« nützig lieben? — Eine wirkliche Gleichgültigkeit in Absicht aller Meinungen, sagt ein gemüthvoller Weltweiser, da sie nur aus einem durchgängigen Unglauben entspringen kann, ist die schrecklichste Erwartung menschlicher Natur. In voller fester Zuversicht allein gedeihen edle Bestrebten« gen, erheben sich Herz und Geist. Wer jene überall ver« lor, dem kann nichts mehr wichtig und ehrwürdig schei« neu: seine Seele hat die edle Härtung und Kräftigung drü Ernstes verloren. Ein nichtiges Gespenst — mir schaudert. . . Sieh! es geht umher und lacht — und lacht!-- -Es kann den Israelitischen Glaubensgenossen, «ach meiner Ansicht, nur alsdann wahrhaft geholfen werden, wenn sich der Staat ihrer mit Einsicht und Nachdruck annimmt. Den Menschen, besonders den nützlichen, in jedem Rrligionsbekenner zu ehren, gebic« tet schon die Humanität — die Politik fordert, dem Höhen! Staatszwecke gemäß, dasselbe. Man gewähre daher den Dekennern des Judenthums, wie dieß schon in mehrern Staaten geschehen ist, nicht nur Men schen« sondern auch Bürgerrecht«, und zwar nur mit solchen Einschrän«