Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gedanken und Ansichten, die Israeliten betreffend
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 404 (sequence 13)
- Language
- German
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404 und Schatten. Bei feinem Uebergang zur moralischen Mündigkeit hat man den jungen Weltbürger nicht einmal geprüft , ob er mit den Wahrheiten der Religion und sei» neu Pflichten als Mensch und Mitglied eines Staates auch nur dem Namen nach bekannt ist — und so tritt er in's bürgerliche Leben, um der Menschheit seinen Arm zur Eroberung des Reiches der Wahrheit zu leihen. — Wohin diese unselige Verfassung unausbleiblich fuhren muß, wenn nicht Einhalt gethan wird, ist nicht schwer vorauszusehen. Der Israelit, der, wie jeder Mensch, die Religion im Wirken und Leiden, im Sonnenschein und im nächtlichen Dunkel des Lebens nicht entbehren kann, wird diese heilige Menschenfreundinn am Ende so wenig in seinem Herzen, als in den Tempeln und — im Leben finden. Jadessen sind die Ursachen dieses höchst fehlerhaften Zustandes keineswegs dem strenggläubigen Theil unserer Glaubensgenossen ganz beizumessen. Diese sind es nicht allein, die unS in diesem verhängnißvollen Zustande rrhal» tm. Die Abneigung der meisten sich aufgeklärt nennenden vom Ernst des Lebens, und ihre Gleichgültigkeit gegen Religion überhaupt, haben genug beigetragen, dieser Echutzgöttin den wohlthätigen Einfluß auf das Leben unter uns zu entreißen. Leichtsinn und Eigendünkel; Un. wiffmhrit und Irrthum, Hang zur Frrigeisterei und fes» sellose Begierden sind oft dir Quellen, welche den Keim zur Zerstörung der wichtigsten Angelegenheit des Men» scheu fortdauernd nähern. Unbekümmert wegen der ge« fährlichen Folgen dieses Jndifferentismus, der die gesellige Ordnung und die menschliche Glückseligkeit untergräbt, wandelt jeder seinen eigenen Weg, und Viele wähnen sich