Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gedanken und Ansichten, die Israeliten betreffend
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 399 (sequence 8)
- Language
- German
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;99 dient. — Der Sohn folgt entweder den Fußtapfen sei, ms VaterS, und steht, mit der Zeit zerfallen, als «Ine fremde Erscheinung aus dem Alterthume, unter der Mit« Welt, wo er zu seiner eigenen intrllektuellcn anderweitigen Ausbildung eben so wenig als zur Veredlung des ganze« Menschengeschlechts zu wirken vermag, — oder er ist sei« nem Erzeuger entfremd»*. Durch die anderweitige Geistes« rntwickelung mußten dem Sohne die Gegenstände in einem andern Lichte erscheinen. Er beobachtet vielleicht noch Manches wie verordnet ist, aber nicht aus Frömmigkeit und Ueberzrugung, sondern weil es der Vater will und befiehlt. Ei» solcher Zwang erzeugt Heuchelei, die den religiösen Sinn abstumpft und oft gänzlich unterdrückt. Herangewachftn tritt nun ein solcher junger Mensch aus dem väterlichen Hause, wo er oft vom geistigen Leben nur -Mißtönc vernahm, und wirft jetzt a I l e s ab, was er tragen mußte. Von der wohlthätigen Einwirkung der Religion auf den Menschen durch Andachtsübungen und erbauliche Betrachtungen, findet er nunmehr nichts mehr, nirgend nach seinem Sinne «ine zweckmäßige Anstalt, das Göttliche im Menschen zu Gott zu erheben und das Weltliche zu lautern. Das unermeßliche wundervolle Ge« wölbe des Himmels und das stillste Gemach sind wohl der Gottheit gefällige Tempel; aber das Herz will sich an daS Herz schließen und die Andacht an der Andacht entzünden. ״Der Glaub« Me» stärkt den Glauben. Wo Tausende anbeten und verehre», Da wird die Gluth rur Flamme, und bestüqclt Gchwtn-t sich der Geist in alle Himmel auf." Indessen wird dieses Loos der innern Festigkeit