Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gedanken und Ansichten, die Israeliten betreffend
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 394 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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394 allen Reichen feiner -ränzenlofen Schöpfung als die wei. feste Güte der Natur, von der Connenwelt bis zum Gras- Halm, ankündigt und uns alle in jedem Moment unseres Daseins mit dieser Güte, Weisheit und Heiligkeit umgiebl" — sie ist es, die den Menschen in seiner Würde immer mehr erhebt und ihm die dauerhaftesten und genü« grndsten Güter verschafft; sie reinigt und läutert die menschlief)( Natur, und betrachtet den Erdcnsohn als ein zur Vervollkommnung bestimmtes, zur Tugend verpflichtetes und zur Unsterblichkeit berufenes Wesen; sie lehrt ihn. sich dem vollkommensten Geiste immer mehr nähern und der Glückseligkeit immer würdiger machen. Aus ihr entspringen alle Paradiesesstrvme, die in dem Weltmeere deS Lebens zusammenfließen. Die Liebe, welche den Menschrn zu Gott erheben kann, sinkt ohne Religiosität zur bloßen Sinnlichkeit herab, und ist dann ohne alle Würde, ohne Kraft und ohne Dauer. Die geläuterte Frön!« migkeit kann nur in Beziehung auf Gott den Charakter der Wahrheit und Reinheit erhalten. Die Religion ist also die erhabenste und wichtigste Angelegenheit des Men« scheu, da er eigentlich nur durch sie ganz das wird, was er werden soll; sie ist ihm daher nothwendig, unenlbehrlich, und er kann sich ihrer nicht begeben, ohne zugleich seine Würde, seine Bestimmung» sein ganzes Lebensglück zu verlieren. Der hat sich verloren, der die Gottseligfeit, die Religion, verloren hat; nichts im Leben kann ihm diesen Verlust ersetzen. Soll es das Moralgesetz? Es vermag den schwachen Sohn des Staubes nicht überall aufrecht zu halten, wenn es seine Heiligkeit nicht von der Religion empfängt. Die Philosophie? Wehr dem