Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gedanken und Ansichten, die Israeliten betreffend
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 2)
- Language
- German
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393 Welches ist aber bas Band, daS den Menschen mit dem Menschen und die Menschheit mit der Gottheit innig verknüpft? — Die Weisesten aller Nationen haben, die Gottheit selbst hat in der N a t u r, in unfern» Geist und in unferm Herzen das Wort der Weihe ausgesprochene Liebe, dir reinste umfassendste Liebe ist das Gepräge und das Band der ganzen Schöpfung; sie einigt und beseligt alle Wesen, vom Wurm bis zum Seraph. Doch, was giebt der Liebe in der Brust des Men« schen die Heiligkeit und Kraft» daß sie des Höchsten fähig wird? Woher nimmt sie die Unfehlbarkeit, die sie unüber« schwinglich wacht? Wenn die Erde (nach der Lehre der Hindu) von einem Elephanten getragen wird, worauf ruht denn dieser? — Blick umher, und Du wirst überall dir wunderbaren Wirkungen der Liebe wabrnehmen; aber «S ist durchaus nichts Irdisches, das ihr die Kraft giebt allwirkend und allbescligend zu sein. Selbst die Tug e n d kann ihre Wurzel nicht sein, da sie erst von der Liebe erzeugt wird; denn uneigennützig und fest an seine» Pflichten halten und nirgend Mmschen- und Gottesliebe zeigen» ist eben so unmöglich, als die Lösung des alchy« mistischen Problems, aus unedlem Metalle gediegenes Gold zu läutern. Oer Mensch mag sich wenden, wohin er will, er wird überall Nichts finden, waS ihn in a l l e» seinen Verhältnissen stärkt und erhebt und mit Seligkeit «rfüllt, wenn dieses nicht von der Gott-verkündenden und wie die Gottheit einigen Religion geschieht. Die Reli« gion oder ״das innere Anschließen des Gemütbs und das stille vertrauunqsvoile Hmgeben des Glaubens an ein heiligcs, unendlich vollkommenes Wesen, welches sich in V. Iahrg. II. Band. E e