Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Erscheinung in der Welt, daß die Bösen meist glücklich, die Guten hingegen meist unglücklich sind
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 388 (sequence 11)
- Language
- German
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״יי־-־״־־- 388 Bösen und Strafbaren rin wahres Glück zu nennen? Ist der glücklich, der immer sich zu fürchten hat, vor so vielen sich z» fürchten hat, und besonders vor Gott sich zu fürchten hat? Ist der glücklich, der bald auf« gebrachte Menschen, bald dir Elemente, bald die Wir« kungen seines verkehrten oder extremen System- und seines slebermuths, bald ein böses und unruhiges Gewissen, bald seinen Sturz in den Abgrund zu fürchten hat, und der alles, was ihn trifft, als Strafe, als Verschuldung an sehen muß? Ist der glücklich, der, wenn er verzagt ein ganzes Leben durch den Schlägen der Furcht, den Aengsten der Strafe sich entwunden hat, am Ende zitternd und bebend und verzweifelnd dem Tod in dir Hände fällt, weil er seine Nichtswürdigkeit, seine Verdammniß ahnet und emvfin« det? Ist also der Böse glücklich? Nimmermehr. Sein so genanntes Glück ist täuschendes Schringlück, ist falsche׳׳ Glanz» ist schimmerndes Elend; denn nur dir Tugend, die Güte des Menschen, macht ihn wahrhaft glücklich, macht ihn glückselig, nicht Bosheit und Laster. Wer innerlich glücklich, wer glückselig ist, der braucht, wie gesagt, nur wenig, um auch äußerlich glücklich, oder zufrieden und froh zu existirrn. Wer hingegen bloß äußerlich glücklich ist, wer verkehrter nnd böser Weise auf dieses äußere ver« führerische Glück alles bezieht, und darüber den Sinn für das, was wahrhaft glücklich macht, den Sinn für Glückseligkeit und Tugend verliert, der ist selbst verloren, und auch durch alles Glück der Erde nicht glück« lich zu machen. DaS wahre Glück beruht auf uns und in uns, und verhält sich eben deßwegen zum äußern Glück wie die Hauptsache zur Nebensache, die, sie mag da sein,