Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Erscheinung in der Welt, daß die Bösen meist glücklich, die Guten hingegen meist unglücklich sind
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 389 (sequence 12)
- Language
- German
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-- 989 oder fehlen, jene nicht verändert, oder fi« weder erhöht, noch verringert. Auf die Hauptsache, nicht auf die Neben« fache, auf den Endzweck, nicht auf dir Zierath müssen wir es daher anlegen, wenn wir denkende und vernünftige Wesen sein wollen, die sich selbst und ihre Bestimmung verstehen« Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das Uebrige von selbst Zufällen! Wer es umkehrt, wer zuerst nach dem äußern Glück, nach Reichthum, Ehre und Genuß strebt, dem wird es nicht gelingen, der kann z. B. zwar reich, aber nicht wahrhaft glücklich werden, und des innern Seelenfriedens, der einen Dorschmack des Himmels gewährt, nie theilhastig werben. — Ist dieß Glück, bloß reich zu sein? Und wo giebt's die Reichen, die glücklich sind, bloß weil sie reich sind? — Mag man immer nach die« sem Scheinglück thöricht streben, und bei diesem Streben sich quälen und ängstigen; ich strebe nach Tugend und Einfachheit! -So hilft es also wirklich dem Menschen nichts, wenn er die ganze Welt gewinnt und Schaden an seiner Seele nimmt! Und so muß ich zu Ende, wie zu Anfang dieser Abhandlung fest und unerschütterlich erklären: D a ß m a n durch Tugend in Ewigkeit nicht unglücklich, und durch Laster in Ewigkeit nicht glücklich werden könne! vr. H - g.