Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Erscheinung in der Welt, daß die Bösen meist glücklich, die Guten hingegen meist unglücklich sind
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 386 (sequence 9)
- Language
- German
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r«s — Glück! r־׳ Auf solche Art verderben die Dösen auch alles andere, und sind und werden um so unglücklicher, je glück» lichrr sie scheinen, da ihr verderbter Sinn sie von dem, was wahrhaft glücklich macht, je länger je weiter abfernt! Nur «in Herz, das Tugend liebt, nur ein ruhiges Ge» wissen das vor Gott uns Zeugniß giebt, kann uns Leben und Tod versüßen; Aber die Bösen besitzen oft hohe Ehren und Aemter, Macht und Herrschaft! Ist dieß nicht Glück? Kann mau ohne die wahren Grundsätze deS Denkens und ohne die rechten Motive des Handelns glücklich sein? Die Bösen glauben, daß sie nicht für die Aemt er, sondern daß die Würden als Mittel für ihre Leiden sch af« ten da sind. Daher können sie sich vielleicht durch Macht und Herrschaf gefürchtet machen, aber auch geliebt? Giebt aber dies« Furcht, zu der sie die Andern gegen sich verleiten, ihrer Lage, ihrem Glück nicht eine p e i n l i ch < U n» sicher heit? Sind demnach die Bösen, auch im Besitz der höchsten Ehre, Macht und Herrschaft glücklich? Un. möglich. Denn nur Liebe und Zutrauen, die von außen, die von Andern kommen, können Macht und Ansehen in Glück verwandeln. Nur der wird geliebt, nur dem schenkt man sein Vertrauen, der es mit Andern, der es mit der Menschheit wohl meint, und «ine unegoistische Denk ׳ unh Hanbelsweise zu Tag legt. Nur solchen Männer», nur den Guten gehört eigentlich auch die Welt mit ihren Gü» Mn, gehört alle Macht und Herrschaft, um die Erde mit dem Himmel und dem Endzweck der Menschheit in Har« mome setzen, und ein Reich Gottes stiften zu können.