Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Erscheinung in der Welt, daß die Bösen meist glücklich, die Guten hingegen meist unglücklich sind
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 385 (sequence 8)
- Language
- German
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- 3$5 ständig«» Krieg mit allen nur erfinnlichen Waffen um Mein und Dein führen. Was hilft also den Bösen ihr Rrichkhnm, ihr so genanntes Glück? Gesetzt aber auch, daß die Dösen, im nieder«, sinnlichen und materiellen Verstand der großen Menge, meist glücklich sein mögen, so sind es doch unleugbar die Guten im höher«, bessern und richtigern Sinn der Weifr» und aller denkenden Geister. Glückseelig sind die Guten in allen Tempeln auf dem Erdkreise zu preisen, und gepriesen, statt daß der große Haufe in niedern Lustörtrrn, oder auf öffentlichen Plätzen, sein drei mal glücklich, sein Vivat, — den schimmernden Bösen zurufk! AberdieBösen leben fast immer in Genässen, in Vergnügungen und Wollüsten aller Art! Ist dieß nicht Glück? Nein. Wer bös ist, der hat weder ein gutes Herz, noch einen richtigen Verstand. Kann man aber ohne ein gutes Herz und Gewissen vergnügt, wahrhaft vergnügt fein? Die Vergnügungen derBösen, da sie zu deren Genuß nicht die innere Theilnahme, die innere Ruhe, die rechte inner« Zustimmmung mitbringen, solche leere Vergnügungen können weit passender künstlich« Zerstreuungen und Aufheiterungen, als wahre Vergnügungen genannt werden. Wahre Vergnügungen finden nur dann statt, wenn man innerlich und äußerlich zugleich sich freut, wenn die Harmonien des innern Friedens in die Genüsse der äußern Sinne sich mischen. Wie geringhaltig sind also die Vergnügung:», die Genüsse der Bösen! Wir unbefriedigt, wie unglücklich läßt sie ihr