Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Erscheinung in der Welt, daß die Bösen meist glücklich, die Guten hingegen meist unglücklich sind
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 384 (sequence 7)
- Language
- German
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384 »ide, wie Flittergold die Kinder, betrogen hat, wäre also doch falsch und ungewiß, und b'oß auf den äußern, hier, wie überall, blendenden und täuschenden Schein der Sache gegründet. Aber die Bösen sind doch gewöhnlich im Besitz von Geld und Gut und Reichthum! Ist denn dieß nicht Glück? Abgesehen davon, daß diese Regel viele Ausnahmen leidet; abgesehen davon, daß die Bösen, wiefern sie, als solche, in Glücksgütern sich befinden, eigentlich als dir Räuber der Guten betrachtet werden können; abgesehen endlich davon, daß die Guten, als solche, keinen Hauptwerth auf alle die vergänglichen Güter und Vortheile und Genüsse dieser Welt legen» — abgesehen von dem allen, was haben die Bösen gewonnen, auch wenn sie alle Erdengüter, alle Reichlhümer, alle Vergnügungen, alle Macht, ja, die ganze Welt inne hätten? Sie haben ja Schaden an ihrer Seele gelitten, und ihr Gewissen verderbt! Eie sind ja bös, folglich alles ihres Guts und äußern Glücks unwürdig! Sir sind bös; daher fehlt ihnen die richtige Theorie und Praxis des Lebens; und daher verstehen sie ihr so genanntes Glück weder recht zu gebrauchen, noch auf die Dauer zu bchaupten! Nicht recht zu gebrauchen; — denn sie betrachten ihr Glück, ihr Gut, nicht als Mittel ju gut«w> Werken, ju wohlthätigen Zwecken, sondern alS Mittel zur Sättigung ihres Eigennutzes und ihrer kleinen keidenschaftkn. Nicht auf d!e Dauer zu behaupten; — weil der Mißbrauch einer Sache ihren Verlust, ihre Zerpörung eher oder später nach sich zieht, zumal in einer Welt, wo seit undenklichen Zeiten die Bösen einen be-