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Sulamith · 1812-01-01 · Heft 2 · p. Seite 383

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
4 (1812)
Issue
Heft 2
Article
Über die Erscheinung in der Welt, daß die Bösen meist glücklich, die Guten hingegen meist unglücklich sind
Date
1812-01-01
Page
Seite 383 (sequence 6)
Language
German
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385 -י zweck seines Daseins, folglich auch mit Gott und Him« mel» in Harmonie lebt und wirkt, ist der unglücklich? Wer mäßig und bewußtsam, am Körper und Geist gesund, voll Kraft »nd Mulh ist, folglich sich selbst hat, und sich selbst genügt, ist der unglücklich? Wer Einsicht, durch Nachdenken über die Welt und die Menschen erworbene Einsicht besitzt, daher die Dinge und die Umstande, dies« dem großen Haufen so unerklärlichen Hieroglyphen versieht, und nicht bloß versteht, sondern auch ihrer Nothwen׳ digkeit» ihrem Gang und Drang, mit Freiheit sich unterwirft, ist der unglücklich? Wer «in gutes Gewissen hat, und heilig hält, und keinen Menschen )11 fürchten braucht, weil er Niemanden Unrecht thut; so wie vor keinem Unglück erschrickt, weil er keins verdient hat; wer demnach alles, was ihm begegnet, bloß als seinSchick« fa l, aber nicht als Verschuldung, als rächende Berge!« tung, oder Etrafe, betrachten kann, ist der unglücklich? Nein. Wer diese wahren Güter besitzt, der braucht nur noch zu haben, was zum physischen Bedarf des Lebens wesentlich nothwenbig ist, und was der Mensch überall durch ordentliche Thätigkeit erlangen kann, der braucht nichts weiter, als dieses wenige, als dieses leicht Ge« wonnenr» um ganz glücklich zu sein und zu leben, und ruhig selbst dem Tod und der Fmsterniß des Grabes ent« gegen sthen zu können. Sonach wäre es doch wahr und gewiß, baß man durch Tugend niemals unglücklich, und durch Laster nie« mals glücklich werben könne. Und die Bemerkung: daß die Döstn in der Welt meist glücklich, die Guten aber meist unglücklich sind, — dieses Phänomen das schon so

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