Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Erscheinung in der Welt, daß die Bösen meist glücklich, die Guten hingegen meist unglücklich sind
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 380 (sequence 3)
- Language
- German
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3So *~־ dergleichen Formeln beweisen, daß dir Welt alles auf ihr Glück und ihre Glücksgüter bezieht» und die Richter« lnngung, oder den Verlust von Glücksgütern» über« Haupt den Mangel derselben, mit dem Ausdruck: Unglück, bezeichnet. Jeder ist diesem zufolge unglücklich, der in der Welt durch Geld und Gut, durch Ansehen und Eiufiuß» durch Luxus und Glanz nicht auffallt, weil ihn Geburt, Umstande und Zufalle, oder das Schicksal in Bezug auf diese Dinge nicht begünstigt hat, und in sei« nem Leben nicht begünstigt. In diesem nämlichen Sinn behauptet man nun: daß die Guten meist unglücklich, die Bösen aber meist glücklich sind. Was für Menschen versteht denn die Welt unter den Dösen? Menschen, die auf die verworfenen Künste der After« Politik, d. h. der schlauen Maximentheorie und dergtwand« ten Kabalenprariö sich trefflich verstehen, desto schlechter aber auf die löblichen Künste der Humanität, oder der moralischen und gewissenhaften Denk ׳ und Handlungs« weise; Menschen, die nur alles auf sich selbst und ihr niederes Interesse beziehen, und zum Behuf desselben sich über alles hinaussetzen; Menschen, die» je mehr sie haben, desto mehr haben wollen, aber nicht, um damit recht viel Gutes thun und wirken zu können, sondern um dadurch Andern, sich über sie erhebend, stolz und brutal zu drücken; kurz, Menschen, die auS keiner Sache ein Ge« wissen sich machen, und auf Kosten, ja, selbst Ge« fahren anderer Menschen Güter, Würden, Ehren und Vortheile aller Art an sich reißen, — solche Menschen belegt die Welt mit dem Namen der Bösen.