Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Rangstreit
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 376 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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379 mir in euren Augen diesen hohen Rang streitig macken? Bin ich nicht der Schmuck des Friedens »nd der Kern des Krieges? Wenn ganze Völker Verbindlichkeit,», gegen mich haben, wie sehr habe ich nun erst durch die Kraft meiner Wohlthängkeit einzelne Mitglieder verpflichtet? Ich verschafft ihnen alles, was das Leben erheisch t, was der Gesundheit angenehm und der Krankheit heilsam ist, und selbst dieser Ort hier, an wrlchem ich den Vorrang for« dere, wem anders als mir hat er seinen blendenden Glanz zu danken? Ich ollem verstehe die Kunst, die Wünscht der Menschen zu befriedigen, mich in jede Gr« sialt zu verwandeln, die ihnen angenehm ist." Kaum hakte er diese prahlenden Worte geendigt, als mit leichtem Tritte die F r e u d e in der Versammlung er. schien. Ihre Begleitung bildete der flatterhafte, leichtsinnige Liebesgott, die unruhig und heftig scheinende Begierde und die Ue her re düng, die ihrem Reiche alles zu un« terwerfen weiß, was ihr zu widerstehen wagt, indem sie den Weisen schmeichelnd überrascht, und den Wilden, Un« gesiümen besänftiget. Die Ueberredung selbst öffnete jetzt die rosrnfarbigen Lippen, und sprach i» sanften, wei. chen Tönen: Urtheilet billig, ihr weisen Griechen! Ihr wollet euch von dem Reichthume blenden lassen? Könnt ihr vergessen, daß er ein dienender Unterthan des Glückes ist, und keine andere Bestimmung hat, als ihr, der Freude, zu stöhnen?" Diese Rede machte Eindruck, und schon stand die Ge« sellschaft auf dem gefährlichen Punkte, der Freude un« bedingt den Vorsitz anzuweisen, als die Gesundheit mit einem sehr einfachen Gefolge erschien. Die Mäßig.