Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Rangstreit
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 377 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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377 seit und die Arbeit standen freundlich ihr zu Rechte» und zur Linken. Sie bediente sich zwar keines jener Kunst« griffe, deren Schwätzer sich zu bedienen pflegen, um den Richter einzunehmen; indessen suchte sie ganz einleuchtend zu beweisen, baß, wenn sie sich zu entfernen anfinge, es nicht leicht einen Menschen gebe, der nicht alle seine Reich« tbümer daran wagte, sie wieder zurückzubringen, daß die Freude nur vermittelst ihr er Einwilligung sich zeigen und an ihrem Gefolge sich anschließen dürfe. Endlich erschien die Tugend, von einem unsterbli« chen Gefolge der Heroen beiderlei Geschlechtes begleitet: mit einer demüthigen Miene ging die Ehre hinter ihr; sie bemühete sich, sich nicht bemerkbar zu machen und sie machte sich nur zu dem schönen Zweck« geltend, um der Tugend einigen Sieg über ihre Nebenbuhler zu verschaffen. Der Anblick der Tugend entzückte alle Herzen, und jede Zunge fing an, ihr zu huldigen. Der Reichthum und die Freude gaben sich anstrengende Mühe einiges Geräusch zu erregen; aber die Versammlung entschied sür die — Tugend. Und ein Herold verkündigte mit lauter Stimme, daß nur der T u g e n d der V o r s i tz zukomme, der zweite Sitz gehört der Gesundheit; die Freude nehmt den dritten und der Reichthum den vierten Platz rin: und also begannen die Spiele. E. Salomo».