Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Nichtigkeit der irdischen Güter
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 368 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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368 - herzig entführt und in ihnen, ach oft, gar sehr oft! un« sein Stolz, unsere Freud«, unsere Stütze, unsere Aussicht, unsere Hoffnung raubt! Ja, die Freuden sind groß, die Leiden nicht minder groß! Gewiß sind in unserer Versammlung viele, die die ersten genossen, viele» die die lctztern er« duldet, viele, denen beides zu Theil wurde, und diese wie zenr rufen, der eine mehr, der andere weniger von den Pfeilen des Geschicks getroffen, sie rufen vereinigt aus: ״Die Freude ist eitel, der Schmerz ist eitel, alles, alles ist eitel! vergänglich alles!" Sehet j neu Greis! dir Sorgen und Mühen haben sein Haar weiß gefärbt und die Last der Jahre haben ihn niedergebeugt. Er hat viel genossen, viel erduldet! fragt ihn, ob sein« Antwort nicht lauten wird: ״Es ist a l l s eitel!" Noch steht er da, aber nur wenig Schritte von seinem Grabe entfernt. Er scheidet ungern, möchte gern noch bei seinen Lieben verweilen — vergebens! Eitles Verlangen! es kann ihn nichts befreien! feine Armuth nicht» sein Reichthum nicht, nicht die Thra« nen seiner Kinder-Seht, sein Auge ist gebrochen! es öffnet sich wieder, und abermals, will nochmals zuzurückblicken auf die liebgewonnene Erde mit ihren Freu« den, mit ihren Schmerzen, vergebens! es ist alles eitel! — er athmet nicht mehr! man folgt in großer Menge fei« ncr Leiche, man seufzt, man ruft ihn zurück, man de« weint ihn» man erwähnt seiner, spricht von seinen Tha« len auf Erden, man flucht ihm, — man segnet ihn — man vergißt ihn: ach! Eitelkeit der Eitelkeiten, wie ist doch alles so eitel!