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Sulamith · 1812-01-01 · Heft 2 · p. Seite 311

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
4 (1812)
Issue
Heft 2
Article
Die Gesellschaft der Humanität zu Kassel
Date
1812-01-01
Page
Seite 311 (sequence 15)
Language
German
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311 nicht doppelt, wenn wir ihrer Erfüllung entgegen zu gehen glauben? Gewiß nicht. Wohl ist es «in Jrrthum jener frühern Zeit: daß Alles durch Alle gethan werden soll, und daß jeder Mensch zu gleicher Defugniß berufen sei. Wer alles thun und alles umfassen will, thut und umfaßt gar nichts; und ein Wohlwollen, bas auf einen entschie« denen erreichbaren Gegenstand gerichtet, ihm ersprießlich fein könnte, lost sich in unscheinbare Winzigkeit auf, wenn es «inen unangemessenen Umfang von Ansprüchen er« füllen will. Jener Bergstrom, der, bescheiden die stillt Flur durchfließend, sie erquicken und tränken würde mit feiner Quelle, brauset über Alpen von schwindelnder Höhe herab: aber es trinkt die Luft nur seine zerstäubten Wasser, und kaum einige Tropfen berühren, in feuchtem Nebel ver« dunstet, den lechzenden Boden der Tiefe. Darum wirken wir immer in unserm bescheidenen eng« «rn Kreise. Unser Thun, so gering es scheint» wenn es olles nur ist, was wir zu thun vermögen, es wwd nicht verloren sein; und daß wir berufen sind, unablaßig zu wirken, um das Bessere vorzubereiten oder zu erlangen, das sagt eine Stimme uns, dir gewiß laut und vernehm-!ich genug in eines jeden Busin jetzt spricht. Die Wckt, in der wir leben» das Vaterland, das uns ausgenommen, haben große Ansprüche an uns, und wir müssen ihnen zu genügen suchen vor allem. Der Be« griff der reinen Humanität ruft uns zur Gemeinschast mit allem Guten und Lvbenswnrdigen außer uns. Erloschen ab׳r sind die Ansprüche aller rillen Aufklärerei und Huma« nisterei. Was der Staat und die ganze bürgerliche Gesell« schüft von uns fordern, müssen wir gelehrig erkennen, auf

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