Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Gesellschaft der Humanität zu Kassel
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 304 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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304 nicht in diesen beruhigenden, erhebenden Gedanken eine Vereinigung in dem Sinne der unsrigen ein! Ja, meine Herrn! mit Freuden und mit inniger Rührung muß ich es hier sagen, oft hat mich in ihrem Kreise die lebendigste, achtungswürdigste Aeußerung von Tugenden angesprochen, die meist in stiller Unbewußtheit und Dunkelheit wie in einem verschlossenen Heligthume ruhen. Es war die Aeusferunq eines uneigennützigen Wohlwollens, einer warmen Lhrilnahme und einer rastlosen Thätigkeit für das Gute und Würdige, eine stete Unterwerfung unter die freiwillig übernommenen Gesetze, eine aufgeklärte Ordnungsliebe, ein warmer Sinn für Recht und Unrecht, rin schneller, alles Gute lebhaft ergreifender Geist, und jener, ich möchte wohl sagen, Durst nach Wohlthun, von dem wir behaupten dür. fen, daß er unserm Blute eigen ist; vor Allem aber Ge« sinnungen, welche die Pflichten guter Bürger und tilgend- Hafter Hausväter auf eine wahrhaft ehrwürdige Weise verkündigen. Und dieses Gute sollte nicht Gutes und Besseres noch erzeugen, diese gegenseitige Erkenntniß sollte nicht bessere Selbstwürtigung, Selbstachtung und somit den Grund jeglicher moralischen Ausbildung schon im Kei« me entwickeln! Gewiß, meine Herrn! ist was ich hier ausspreche, Ihrer aller Empfindung, und um so klarer, ja ich gestehe es Ihnen, um so erfreulicher steht der ganze Umfang der Erwartungen, die von unsrer Gesellschaft für die Folge gehegt werben dürfen» vor meiner Seel« und vor der Seele aller derer, an welche ich heute das Wort zu richten, die Ehre habe. Was w>r selbst bis dabin in äußerer Wohlthäligkeit geleistet, ist wohl wenig im Nerhältniß des Bedürfnisses;