Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Gesellschaft der Humanität zu Kassel
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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302 Segenseititige Achtung, gegenseitiges Vertrauen umfangen fortan auch unsichtbar die Verhältnisse des bürgerlichen Lebens. So ist schon ein hohes Gut erworben, für Her; und Geist und Gemüth, bevor noch die Spende des äußern Guten, zweckmäßig erwogen, auch in der Klasse der Dürftigen nutzbar angelegt worden, und nachdem wir die schönsten Dlütben des hohen Gefühls, das uns vereint: ״tzumauität" in uns selbst genossen, und in unscrm Wesen ausgenommen, dürfen wir auch der Früchte süßeste hoffen, wenn wir das schwache Alter unterstützt, die sieche Dürftigkeit gelabt, und eine zarte unverdorbene Jugend durch unser Bemühen künftigem Glück, vielleicht dem Glück vieler Familien entgegen blühen sehen!! Vertrauen und Würde und Achtung sind Quellen der Freundschaft und der Zuneigung. In Gesellschaften aber, wie die unftige, wo so oft sich die Gelegenheit ereignet, Vertrauen und Achtung zu erwecken, schließt bei öfterer Versammlung, sich manches Herz in größerer Liebe und Freundschaft ans, drr Einfluß des Achtungswürdigen und Guten wird sichtbarer und kräftiger, der Gedanke des Rechts und der Pflicht, der moralischen Freiheit, vor al« luv ober dir Abwesenheit beS äußern Zwangs, wirken mächtig und rastlos für Ausbildung und Sitten. Ich nahe jetzt mich einer Betrachtung, die hanpksäch. lich in einer Gesellschaft zur Sprache kommen darf, die in ihren innewohnenden Anlagen eine so klare Richtung zur Humanität hat. Es giebk kein Volk, keine Menschenklasse, die nicht ihre wahren und eingebildeten Fehler und Tilgen, den hätte. Die wahren Fehler pflegen diejenigen zu sein, die wir selbst, die wahren Vorzüge vielmehr, die andere an