Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Gesellschaft der Humanität zu Kassel
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 301 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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301 wonach «s geschehen müsse. DaS Gute erkennt fich wieder im Guten, wie in einem treuen Spiegel, und wüchset und stärkt sich wunderbar, wenn man den Mitmenschen, den Freund, den Bruder, den man obnehin gern begegnet auf gerechten Wegen, auf dem Pfade reiner, schöner Mensch, lichkeit antrist oder mit ihm wandelt. Gleich wie der in unreiner Absicht ausgehende, der auf Irrwege gerathene, auf seinem Wege nichts mehr scheut, als seiner Themen, seiner Lieben, seiner Freunde einem zu begegnen, so erhebt rin doppelt wohlthuendes Gefühl unser Herz, wenn wir, im Bewußtsein reiner Absichten und edler Handlungen, auch diejenigen, dir uns theuer» und in welcher Hinsicht es auch sei, lieb und werth find, erkennen. Denn es erhebt das Gemürh dann das Gefühl des Wohlgefallens an der schönen Menschlichkeit, an der Vortrefiichkeit von Ge« müthern, welche in naher Beziehung mit uns stehen, und es gesellt sich dazu das Gefühl der erhöhten, vermehrten, durch innigere heiligere Bande veredelten Kräfte. So bil« det das Gesetz den Sinn aus und giebt ihm einen Leitstern gleichsam, der mit unsichtbarer Macht alle unsere Hand« lungen ordnet. Die innigen immer fester geschlungenen Bande der gegenseitigen Verhältnisse aber, welche in näherem oder ent. fernterem Grade zwischen den Mitgliedern obwalten, erre« gen sanft und wohllhuend das offene Gemüth. Der Trieb das Gute auszufprechen, dasjenige, dessen man sich bewußt ist» auszugießen in dir Seelen derer, die im Bunde mit uns stehen; der Trieb, aus jeglichem Gegen« stände das Zweckmäßige zum Gemeinnützen auszuwitteln, spannt, läutert und bildet die Gaben des Geistes und