Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Gesellschaft der Humanität zu Kassel
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 3)
- Language
- German
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-- 2 99 In der vorigen Versammlung, meine Herrn! ist Ihnen Gericht über die Verwaltung der verschkdenen Mit« tel der Gesellschaft abgelegt worden; Sir haben dabei zu« gleich einsehen können, welcher Gang für die Realisirnng der Zwecke der Gesellschaft in äußerlichen Wohlthätigkeits« Handlungen ringeschlagen worb n. Daß wir dem Ursprung« lichen Streben, das auf Ausbildung einer durstigen Ju« gend und auf Handlungen zu ihrem nachherigen Wohl ab« zweckt, treu geblieben, beweist der flüchtigeRückblick in der Aebersicht welche der Herr Secretair Ihnen eben mitze« Heilt. Ich gehe nunmehr zu dem Gegenstände über, von dem Sie mir Sie zu unterhalten erlauben, und welcher ei« ner Vereinigung und einem Feste wie das heutige, beson« ders angemessen sein möchte. Die Vortheile, welche unsere gesellschaftliche Verbindung zu würdigen und edlen Zwekken überhaupt, und welchen Vortheil sie in unfern beson« dern Verhältnissen als Glaubens, und Stammesgenossen uns darbietet, dürften gewiß, meine Herrn, ein Stoff seyn, der in jeder Hinsicht Ihrer Aufmerksamkeit würdig ist. Die Wahrheit jenes zum Volksworte gewordnen Spruchs; ״Döse Gesellschaften verderben gu« ״te Sitten." stellt im allgemeinen die Macht des gesell« schaftlichen Einflusses dar, und ergiebt im nothwlndigen Schlüsse: daß gute Gesellschaften nicht bloß das wirkliche Gute veredlen, sondern auch überbaupt auf Sittlichkeit und Kultur nicht anders als wohlthätig wirken können. Daher mag ich wohl sagen, daß die Wohlthätigkeit, die den Zweck unserer Gesellschaft bildet» nicht bloß eine Wohl« thatigkeit ist, iw beschrankten Sinne des gewöhnlichen Sprach«