Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Geschichte der Israeliten in Wien und im Lande unter der Ens vom Jahre 1156 an bis in den gegenwärtigen Zeiten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 294 (sequence 6)
- Language
- German
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294 edles Herz voll Menschenliebe, wie sonst auch immer, bei diesem Volke der leidende» Menschheit nicht. Er beschloß den jüdischen Glaubensgenossen ein eigenes Spital zu wid« men. Bevor aber fein wohlthätiger Entwurf ausgeführt werden konnte, wurden den jüdischen Kranken «Heils im Universal. Spitale, thcils auch bei den barmherzigen Brü« dern, besondere Abtheilungen «ingeräumt. Der Bau die« ses Krankenhauses ward erst einigt Jahre nach Josephs Tode, nämlich im Jahre 179; auf dem jüdischen Leichen« Hofe und rigenthümlichen Grunde in der Roßau in der Judengasse, welche im Jahre 1792 die hiesige Judensckmst an sich brachte, vollendet. Dieses Epital führt die Aufschrift: ״Krankenspital für die leidende Menschheit von der hiesigen Israelitischen Nation." Unter seine vorzüglichsten Gutthäter wird die Familie des Herrn Samuel Edlen von Herz gezahlt.') Bei einer im Jahre 1$12 in diesem Spitale gehaltenen Feierlichkeit beschlossen die Gaste, welche aus Juden und Christen bestanden, einen langjährigen Wunsch in Aus« sührung zu setzen, nämlich, statt der in einem Hause in der Preßgasse bestehenden Synagoge, eine neue zu errich« len. Sogleich wurden Beiträge gesammelt und überdieß noch Unterzeichnungen und Sammlungen zur Ausführung dieses Unternehmens eröffnet. An der Spitze dieser wohl« *) Der hier bestandene TobeSacker ist, wie alle innerhalb der Linie« liegenden Beqräbnißplätze, aufgelöset und zwischtn Währing und Döbling hinausgerückt. Dieser Begräbnißvrt ist wegen prächtiger Grabmäler sehen»« würdig.