Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Geschichte der Israeliten in Wien und im Lande unter der Ens vom Jahre 1156 an bis in den gegenwärtigen Zeiten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 295 (sequence 7)
- Language
- German
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29$ thätigen Verwendung stand der würdigt undthätige landes« fürstliche Kommissar der jüdischen Gemeinde Herr R-gie« rungSrath Philipp Viktor La Roze. Mit Bewilligung Sr. Majestät des Kaisers ward nun der Tempfinger ׳ Hof eigenthümlich erkauft, und im ersten Stocke eine hohe lichte Wohnung so wohl den Religionsübungen als dem Unterrichte der Israelitischen Jugend, und zur ebener Erde ein Frauenbad, dieser Glaubensparthei eingeräumt. Die feierliche Einweihung dieses Bethauses geschah schon den 4. September im Jahre r?l2. Welche schnellen Fortschritte in der Versittttchung und Bildung der jüdischen Glaubensgenossen Joseph des ll. unsterbliches Toleranzedikt veranlaßte, zu dem schon seine erhabene Mutter in ihren weisen und menschenfreundlichen Verordnungen den Grund gelegt hatte» läßt sich deutlich so wohl aus dem bürgerlichen Geschäfte der Juden mit den Christen, als auch aus ihren vorzüglichen natürlichen Fähigkeiten und ihrer wissenschaftlichen Verwendung erken« um, wodurch fie nun bereits Gelehrte, Künstler und vor« züglich Geschäftsmänner von ausgezeichneten Talenten auf« weist, können. Sonst tief in ihre Bücher vergraben, ver« sagten sie sich entweder aus Schwärmerei alle Wissenschaft« liche Kultur anderer Nationen, oder kümmerten sich wenig« stens nicht um selbige, und war auch Einer oder der An« dere unter ihnen, der sich einer solchen Wißbegierde an« maßte, so durfte er sicher sein, von seiner Gemeinde, als «in Ungläubiger und Freidenker verfolgt zu werden; jetzt beeifern sie sich, die wissenschaftlichen Fortschritte jeder Na« tion sich eigen zu machen. Sie kennen genau alle merkwürdigen und klassischen Werke anderer Völker, und besitzen