Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Geschichte der Israeliten in Wien und im Lande unter der Ens vom Jahre 1156 an bis in den gegenwärtigen Zeiten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 293 (sequence 5)
- Language
- German
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29? zu HauS, das sie vorhin so sehr herabwürdigte, auf daS Strengste verboten. Nicht minder ward ihnen auch unter, sagt, neue Schulen oder Synagogen anzulegen, stch für «ine eigene Gemeinde zu halten, und Vorsteher, Sach. Walter, oder Richter aus ihrer Mitte zu wählen, sondern die hohe Landesstelle, das Stadtgericht, die Polizei. Hof. stelle als ihre Schiedsrichter zu erkennen, die christliche Andachtsübung und Glaubenslehre in ihrem Gang« nicht zu stören, und überhaupt Niemanden durch einen ausschweisenden» schmutzigen und liederlichen Lebenswandel zu ärgern, und sich in ihren öffentliche» und Privat . Verträgen, Ur« künden, Kaufbriefen und Wechselgeschäften nicht mehr ih. res vormaligen halb hebräischen, halb deutschen Wort« gcmengsels, sondern der reinen, allvrrständlichen, deutschen Sprache zu bedienen, und deshalb auch eigene deutsche Geburts. oder Geschlechtsnamen bei Ausfertigung und Unterzeichnung ihrer Geschäftsführung anzunehmen. Einer so großen Masse Menschen ihre angebornen Vorurtheile und Meinungen abzugewöhnen, sie von ver« alteten Gewohnheiten und von fast eingerosteten Jrrthümern «bzubringen, ihre Sittlichkeit desto besser wieder herzu« stellen, und die mit Pässen ankommendm Fremden in Ord« nung und Zaum zu halten, *) war beinahe ein riesenartiges Werk, das aber auch nur der große Geist eines Joseph U. unternehmen und glücklich zu Stande bringen konnte. Vc! Ausführung dieses großen Unternehmens, vergaß sein *) Vom Jahre 1800 bi« 1804wurden der mitPässennach Wien gekommenen und wieder in ihren gewöhnlichen Aufenthalt zurückgekehrlen Juden!74, z!9 gezählt.