Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Predigt
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 268 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2304627-2304640-2304642-2307016--04393-2307414- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- fertigung dienen. Zu jedem dieser Punkte liefert uns unsere Geschichte die Bestätigung. Ein wunderbarer, unbegreiflicher Rath Gottes war es, daß die Nachkommen Abraham's in Aegypten, in diesem Lande der Abgötterei und der Tyrannei, zur wahren Erkenntniß Gottes gebracht werden sollten. Wer hätte dieß gedacht? Wer hätte ihre Unterdrückung, ihre Leiden selbst für die Mittel dazu halten sollen? Aber eben darum» weil die Aegypter an so etwas gar nicht dachten, weil ihnen die ganze Vorstellung fremd war, beschlossen sie den Untergang Israels, und ließen sich durch kein Wunder, durch keine Plagen, Durch keine Vorstellung von ihren eigenen Weisen, die selbst sagen mußten: ״Es ist ein Finger Gottes," von ihren bösen Anschlägen abbringen, und so wurde immer mehr der heilige Rath Gottes erläutert, den Israeliten immer anschaulicher gemacht, daß ein allwaltcndes Wesen herrsche, das den Unterdrückten seinen Schuh verleihet und den Unschuldig bedrängten Trost und Ruhe schafft. Ist irgend etwas wahr, m. Z. bewährt sich irgend etwas in der Welt, so ist's der Ausspruch Gottes;um Propheten Jesaias: ״Meine Gedanken sind nicht dieEurigen undeureWegr nicht die weinigen!" Gott hat immer etwas unendlich Besseres beschlossen als wir uns vorstellen. Und doch müssen die Gedanken der Menschen, selbst die verwegensten Anschläge derselben dem Rache GotteS in unzähligen Fällen zur Erläuterung dienen, müssen, ohne es zu wollen, gerade daS ins Licht setzen, was Gott beschlossen hat. Nicht träumen hat sich's so mancher gute Mensch lassen, daß er sich einen Plan des Lebengemacht habe, der mit