Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Predigt
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 12)
- Language
- German
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266 griff, jeder pflichtwidrige SckMt, setzt uns also m einen Widerspruch mit dem Rache Gottes und ist ein strafbares Mißverhältniß gegen das, was Gott nach den ewigen Gesetzen deS Rechts und der Vollkommenheit von uns fordern muß. Erwägt noch besonders 6) die Art, wie die Anschläge der Menschen ausgr« führt ju werden pflegen. Wenn Pharao die Israeliten zu unterjochen sucht, es koste was es wolle, wenn er sich zu Allem verstehet, was zu diesem Zweck führen kann, wenn er selbst der Israeliten Hebammen heimlich den Befehl ertheilt, dir männlichen Kinder in der Geburt zu ersticken, wenn er endlich mir einer Erbitterung und Unmenschlichkeit seinem ganzen Volke den grausamsten Entsetzen erregenden Befehl g>ebt, heimlich den israelitischen Kindern nach;»« spüren und jeden neugebornen Sohn in den Fluß zu ertranken, springt der Widerspruch, der empörende Widerspruch seiner Anschläge mit dem Rathc Gottes nicht in die Augen? — Und was sollen wir von der Ausführung unserer An» schlage sagen? Mögen sie immerhin an sich Gutes» dem Rache GoreeS gemäß sein; vollenden wir sie nur halb und unvollkommen, machen wir bald aus Unvorsichtigkeit, bald aus Nachlaßigkrit und Trägheit tausend Fehler dabei, sind wir dann nicht durch eigne Schuld in einem Widerspruch mit dem Rache Gottes? Können wir glauben, seinen Willen zu thun, wenn wir z. B. die Wahrheit mit einem Unze« stüm sagen, der nur erbittert? Oder wenn wir bei der Handhabung des Rechts mit einer Härte verfahren, die alles um uns her erzürnt? Oder wenn wir dem Nochlei. dendcn unsere Wohlthaten mit einer Verachtung erzeigen, die ihm dieselben gleichsam vor die Füße wirft? Oder wenn