Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Predigt
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 10)
- Language
- German
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264 vertrauen» es anbeten und verehren sollen. Nickt nur das israelitische Volk, auch dir Aegypter und alle andere Völker sollten hierdurch den Ewigen erkennen. Und warum will Pharao, wollen die Aegypter die Bedrückung Israels '׳: welche Gründe hatten sie ihre Vernicklung zu beschließen? Eifersucht und Neid wegen ihrer Vermehrung, mit Furcht und unmännlicher Feigheit verbunden, sind die Quellen, aus welchen die bösen Anschläge Pharao's wider die Israeliten entspringen. Welch ei» Widerspruch mit dem Rachschiusse Gottes! Eo können auch wir denn in unzähligen Fällen wollen und ausführen, was Gott von uns gcthan wissen will. Folgen wir dabei solchen Gründen, die Gott unmo'glich billigen kann, ist denn der Widerspruch unserer Anschläge mit seinem Rathe nicht offenbar? Wir sollen uns z. B nach dem Willen Gottes aller groben Ausschweifungen enthalten; aber wenn wir dieß aus Trägheit, Feig, heit, Ehrsucht und Furcht vor der Strafe thun, erfüllen wir dann den heiligen Willen Gottes? Wir sollen uns nach der Absicht Gottes nützlich machen und Gutes schaffen; aber setzt uns Eigennutz, Ruhmsucht, Hang zum Vergnügen dabei in Bewegung, glauben wir da nach der heiligen Absicht Gottes zu handeln? Wir sollen an Gott und an sein heiliges Gesetz glauben und durch Ausübung guter und religiöser Handlungen unser zeitliches und ewiges Glück befördern; aber wenn unser Glauben nichts weiter als ein maschinenmäßiger Gottesdienst ist, wenn wir bei demselben fortsahren Böses zu thun» können wir da uns noch überreden, daß wir dem Rathe Gottes gehorsam sind? Lauter ewige Rathschlüsse Gottes nenne ich hier,