Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Predigt
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 261 (sequence 7)
- Language
- German
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261 En weiteres Nachdenken, ein tieferes Eindringen in die Geschichte, welche wir hier vor uns haben, wird uns dieß auch lehren, m. Z. Hier deutet nämlich alles auf das Verhältniß bin, in welchem die menschlichen Anftblaae und der Rath Gottes mit einander stehen. Untersuchen wir dieses Verhaltniß genauer, so stellt es sich uns von einer doppelten Seite dar:!.Als das Verhaltniß eines Willkürlichen Widerspruchs. U. Als das Verhaltniß einer unwillkühriichen Uebereinstimmung; oder mit andern Worten: es wird uns anschaulich, daß die Menschen in unzählichen Fallen frei und nach eigenem Willen beschließen, was dem Rache Gottes entgegen ist; daß sie aber zugleich wider ihren Willen und ohne daran zu denken, eben durch ihre Anschläge zur Ausführung dieses göttlichen Raches Mitwirken müssen. Laßt sich dieß klar machen, so ist die Uebereinstimmung deS Vorherwissens unbdes RathschlussesGottes mit der menschlichen Freiheit keinem Zweifei unterworfen. l. In dem Verhaltniß eines willkürli. chen Widerspruchs stehen die Anschläge der Menschen mit dem Rathe Gottes in un« zahligen Fällen. Dieser Widerspruch zeigt sich nämlich in den Veranlassungen, welche die Anschläge der Menschen haben, in den Gründen aus welchen sie entspringen, in dm Mitteln, welche dazu gewählt werden, und vornan!- lich in der Art wie man sie ausführt. Aus unserer Ge« schichte geht dieß alles ganz unläugbar hervor.