Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Predigt
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 6)
- Language
- German
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gen: von einem ewigen, für seine Nachkommen unaussprechlich wichtigen, aber eben daher auch unwiderruflichen Rache Gottes, sei hier die Rede. — Nicht unterbleiben hat alles können, was sich vom Anfänge der Unter׳ drückung Israels bis zu ihrer Befreiung zuzetragen har. Die Israeliten sollten und mußten unterdrückt werden, und die Aegypter sollten und mußten sie unterjochen. Und doch sehen wir dem Pharao einen Rath versammeln, sehen ihn über die Maaßregeln berathschlagen, die er wider die Israeliten ergreifen will, hören ihn den Ausspruch thun: wohlan! wir wollen ihm mitList bei kommen, es möchte sich vermehren, undwennsich ein Krieg ereignete, zu unfern Feinden übergehen, mitunsstreiten oder aus dem Lande ziehen. Die Geschichte erzählt auch, von diesem Tage an seien alle Anschläge des ägyptischen Königs dahingegangen, die Israeliten zu unterdrücken und sie der Der« nichtung Prns zu geben. Wunderbare Mischung von Nothwendigkeit und Freiheit! Von Seiten Gottes ist alles bestimmt, ist schon von Ewigkeit her beschlossen, von Sei« ten der Menschen hingegen ist alles wivkührlich, wird jetzt erst in Ueberlegung genommen und nur erst nach unabhängigen Entschließungen ausgeführt? — Neben einander bestehen müssn also die ewigen Rathschlüsse Gottes, und die Willkühr vernünftiger Wesen; der Gedanken viele müs« sm in des Menschen Herzen sein, und dennoch muß der Rath Gottes bestehen können. Der Widerspruch muß bloß scheinbar sein» der sich hier zeigt.