Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einige Worte über religiöse Reden und Predigten unter den Israeliten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 11)
- Language
- German
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2;r trotz dem daß sie oft von keiner Seite, und namentlich von Seiten des Staats, weder Veranlassung dazu finden, noch sich einer Aufmunterung zu erfreuen haben» auS reiner Liebe den Wissenschaften leben: so ist wohl die Folgerung sehr leicht, daß sich auch überall würdige Israeliten finden möchten, welche bemüht sen würden, sich durch Studium und Fleiß die nöthigen Fähigkeiten eines guten Kanjelredners zu erwerben, sobald es näm«!ich den Gemeinden Ernst sein wird, deutsche Predigten in ihren Synagogen halten ju lassen. Die deutschen Predigten des Herrn Landrabbiners Mendel Steinhardt in Paderborn, des Herrn Rab« biners Egers in Draunschweig—woselbst auch, bei« läufig erwähnt, die Trauungen, von einer deutschen Rede begleitet, in der Synagoge verrichtet werbtu — so wie des Herrn I. W o l f in Deßau, beweisen übrigens hinlänglich, daß auch die Mittelklasse des Volks nichts ge« gen die deutschen Predigten einwendet, wenn es nur die Rabbinen und Gemeindevorsteher damit ernst meinen und ihre Einwilligung kräftig und unzweideutig äußern. Musterhaft ist vorzüglich die Einrichtung in der Syna» goge zu Deßau. Sehr oft, besonders an dcu Sabbathen und Festtagen, halt der würdige Schullehrer und Prediger Herr Wolf von einer, mit rvthem Sammt und goldenen Franzen gezierten, Kanzel herab, sehr angemessene, vor« treffliche deutsche Predigten. Während derselben herrscht dann gewöhnlich sowohl in der Männer, als auch in der Frauen. Synagoge*) eine höchst feierliche Stille und _ S 2 *) Dir Frauen sind bekanntlich in den Ennagogen von den Männern völlig abgesondert. Wenn man indes