Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einige Worte über religiöse Reden und Predigten unter den Israeliten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 8)
- Language
- German
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e48 --— sich «inst wohl dabei befand, das ächte RettungSmittel, nur dieß könne die verschwundene beglückende, ächte Reli- -iösität wieder herzaubern? O wie sehr irren sie sich dann; Die ganze Lenk. und Handlungsart vieler heutigen Js. raeluen hat doch nun einmal — und wer wird dieß nicht eingestebrn? — durch eine mehrjahrme veränderte poli« tische Verfassung, durch Umgang und Erziehung einen unge. mein großen Umschwung erlitten; wie sollte es also wobl mög« lich sein, durch strenges Beharren der Behörde bei allen» oft nach der einstimmigen Meinung alter cowpttenter jüdischen Echrittgelehrten, höchstüberfiüßigen Formen, auch die alte Denkart allgemein wieder herzustellen? Muß ein solche- Mitt-l nicht vielmehr schädlich wirken? Nur gegensei« tige Nachsicht, Billigkeit in den Forderungen, Duldung und Echonung; nur das Fügen in die Verhältnisse der Zeit; nur die Wahl der goldenen Mittelstraße, wobei nichts Wesentliches verloren, aber auch nichts Außrrwe« srntliches auf-edrungen werden darf, sind bi« einzigen Rettungsmittel. Wer anders als unsere schriftgelehrten und frommen Rabbinen könnte hierin etwas Heilsames wirken, und dazu beitragen, daß die Kinder Jakobs wieder versöhnt und vereint leben, und daß das Heilige der Re׳ ligion von Dielen fortan nicht mehr so freventlich entweihet werde? Sind aber die meistrn Rabbinen, wie bekannt, aus tausendfältigen Rücksichten zaghaft, durch gewiss« Einstimmunqen Hand ans Werk zu legen, fürchten sie in gewissem Betrachte sogar anderweitige nachtkeiligr Folgen von ihrer «twanigen Nachgiebigkeit» fürchten sie das Urtheil der Elfrer und de- PöbelS, wagen sie eü nicht , nöthige Derbes«