Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einige Worte über religiöse Reden und Predigten unter den Israeliten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 247 (sequence 7)
- Language
- German
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847 Gcmeindeglieder nicht mehr genügt, und — sie predigen daher jetzt höchst seiten oder gar nicht mehr. Es ist über« Haupt eine ausgemachte Sache, baß dir ehemalige Art zu predigen, so sehr sie auch einst hie und dort anwendbar sein mochte, in unfern Tagen, wo sich st> Vieles umge« staltet hat, durchaus sehr unnütz, ja ich möchte sogen, für die heilige Sache der Religion im Allgemeinen oft sehr schädlich ist. — Diejenigen Gemeindeglirder— ihre Zahl ist Legion — welche, besonders wenn sie einst einen zweck« mäßigen Schulunterricht genossen, mit dem Inhalte und Vortrage mancher Predigten nicht zufrieden sein und Durch selbige keineswegs,erbauet werden könne», gehen daher gewöhnlich von einem Extrem zum andern über und erscheinen selten oder gar nicht mehr in der Synagoge. D!rß würde aber gewiß nicht der Fall sein, wenn in derselben zuweilen gute deutsche Reden, ächtreligwsen und mvra« lischen Inhalts, und gemeinverständlich vorgetragen, gehalten werden möchten. Dem sei wie ihm wolle: so ist es in jedem Falle nicht zu iäugnen, daß kräftige Maaßrcgcln zum Wohl der Synagoge getroffen werden müssen. Aber warum sucht man denn nicht in den Gemeinden dem Uebe! entgegen zu wirken? Wozu nützt das ewige Klagen und Seufzen der Rabblncn und Gemeindevorsteher über die, leider immer mehr einreißende, Gleichgültigkeit vieler Israeliten gegen die Religion und den Kultus, wenn sie immerwährend die Hände in den Echooß lege» und nichts beitragen dem Unfuge zu steuern? Wähnen sie etwa, da» strenge Festhalten an außerwesentlichen Dingen, das Deibehalten oder Wie« dercmführ'-'a guvlßer antiker Einrichtungen fei, weil man