Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einige Worte über religiöse Reden und Predigten unter den Israeliten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 246 (sequence 6)
- Language
- German
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-—־״-* *»•־י- 46« nicht angemessen» u. s. w. gleichwohl äußerte Alles die höchste Zufriedenheit; der reisende Rabbi erhielt anschn» liche Belohnungen, setzte seine Reise fort, und trat gewöhn« lich schon am nächsten Sabbalh wieder zur Eraötzung und Belehrung m irgend einer andern Gemeinde m!t einem ahn. licheN Allegorien ׳ Midrasch, und Anekdotenvorrathe mit Bei. fall auf*) Seit ungefähr zwanzig Jahren, seitdem sich über. Haupt der Geschmack der deutschen Israeliten fast allge« mein veränderte und verfeinerte, finden dieselben auch, wie natürlich, im Allgemeinen» keinen Geschmack mehr an die« sen Predigten. Viele Volks lchrcr scheinen es zu fühlen, daß die alte Art zu predigen, einem großen THeile ihrer Dichter f) einen weit edlern Gebrauch davon. Wenn man euch, ״spricht er, ״an ien.m großen Taae des Ge« kichlS von diesem warinen und siedenden Wvsser wird zu trinken geben: alLdann w>rd alles an ven Tag kom« Vien, was ihr mit so vieler Sorgfalt vor den Augen der Welt verborgen gehalten; und der Heuchler, den hier seine Verstellung zu einem ehrwürdigen Manne gemacht halte, wird mit Schande und Verwirrung überdäu'k da st>bcn." •]־) Herbolt. Bibi. Orient, §. 510» *) Viele jüischen Glaubensgenossen sind noch übrigens der Meinung, der Midrasch sei zum Predigen hinlänglich genug und enthalte nurErzählungen, welche, wenn ma» sie verträgt, schon vollständige Predigten auöinach,«. Sie irren sich ab-r sehr, denn diese, oft vortrefflichen, Erzählange» und All.gvrien sind vielmehr gleichsam nur als Texte, Bruchstücke und als Anleitungen Zit vollständigen ׳DredigitN, z» betrachten.