Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Geschichte der Israeliten in Wien und im Lande unter der Ens vom Jahre 1156 an bis in den gegenwärtigen Zeiten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 232 (sequence 16)
- Language
- German
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2Z2 Orte rSuraen; Da er nun am 5ten April im Jahre 1490 starb, besorgten ihre christlichen Nebenbuhler, welche sich diese Zeit her den Geld- und Wechselhandel zum Erwerb oder Handwerk selbst gemacht hatten, sich wieder von den Juden beeinträchtigt zu scheu. Unter den ersten und vorzüglichen Bitten, welche man an den Kaiser Maxmilian l. stellte, war demnach diejenige: daß er dieJnden noch langer von seinen Staaten entfernt halten sollte. Die Gewährung die» ser Bitte erfolgte Freitags vor Judika in der Fasten im Jahre 1496,") nach dem Geiste der damaligen Zeit in folgenden abscheulichen Ausdrücken: ״daß die Juden wegen Raub der Christenkinder und deren Ermon ung. wegen Fal» schung der Münzen, Briefe und Siegel, wegen Wucher und Detrug, sich von s inem Lande auf immer entfernt halten sollten." Dieß in jeder Art höchst niedcrgeschlagende Schicksal der Jaden traf die vielen Rechtschaffnen unter ihnen. Eie ließen sich daher an den Granzen Oesterreichs zu Nikolsbürg, Göding, Marchegg׳ Güns, und zu Eisenstadt nieder, und bestrebten sich durch ein ausgezeichnetes sittliches Betragen die Gnade des Landesfürsten sich wieder zu erwerben. D>eß gelang ihnen unter Ferdinand l. Mit dem Juwelen - und Pferdehandel kamen sie wieder nach Wien und erhielten neuerdings Ansiedelungen im untern Werde, der heutigen Leopoldsiadt, die sich in der Gegend des alten Tabors (der Mauth, unweit des Augartens) bis zu dem Earmelittrkloster und deren Kirche, daun von hier über die Haide längs dem Gestade der Donau zurück an den *) Befehl Kaisers Marmilian l. Freitags vor Jiidika in der F-sten im Jahre!496-