Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Geschichte der Israeliten in Wien und im Lande unter der Ens vom Jahre 1156 an bis in den gegenwärtigen Zeiten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 8)
- Language
- German
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224 | Ihr Geldgeber» der Herzog, starb aber zu frühe, (am 15. Juny im Jabre 1246) um diese Ordnung zu Handhaben. Die Juden wurden nunmehr, nach dem Tode ihres Beschütz ׳rs und Wohlthätcrs, von den Bewohnern WienS und Oesterreichs noch mehr gehaßt und verfolgt. Doch wußten sie durch Hülfe ihres Geldes und Handels, bei der allgemeinen Noth zur Zeit des Interregnums, die Nothleidenden zu besänftigen und den Verfolgungen gegen sich auf einige Zeit Gränzen zu setzen. Ottokar versuchte sie im Jahre 1255 einzuschränken, aber es gelang ihm nicht. Der Pabst Clemens IV. mußte endlich selbst nach einem durch 20 Jahre zwischen beiden Religionspartheirn fortwährenden Verfolgungsgeiste, als Vermittler auftreten. Er verschaffte den Christen, wo nicht das!Übergewicht über die Juden, doch wenigstens diejenige Freiheit, die diesen (nach seiner Ansicht) als ihre vorherrschende Reli» gionsgenossen gebüret hatte. Die Juden wurden auf einer zu Wien im Jahre 1267 abgehaltenen Kirchenvrrsammlung, auf ihre alte kennbare Tracht zurückgewiesen. (!) Der Umgang mit den Christen, und jedes Glaubensgespräch, das Proselyten zwistl)en bei. den Partheiei׳ zu machen geeignet wäre, und die Zusammen« fünfte beider Gegentheile in öff.ntlichen Bädern und Her« bergen wurde verboten (!) Ferner wurden die Juden von allen Christenämtern entfernt, ihnen der Verkauf aller Eßwaaren eingestellt, und die Darreichung ärztlicher Hülfe an Christen, strenge untersagt. (!) Endlich wurden auch den Juden von den Christen entfernte Wohnungen angewiesen;