Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Geschichte der Israeliten in Wien und im Lande unter der Ens vom Jahre 1156 an bis in den gegenwärtigen Zeiten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 9)
- Language
- German
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22$ ihre Eckulen nur auf Eine herabgesetzt; und ihnen vorzüglich tingescharst, bei dem öffentlichen Hernmtragen des Altar« sakraments sich ruhig und cingeschlossen in ihren Wohnungen zu verhalte». Dagegen erhielten sie selbst in Wien, in der Gegend des Tempsingerhöfcs bis an den Rücken des Ho« henmarkts, und längs der Ealvatorkirche über den Judenplatz nach Maria an der Stiege hin bis zu dem Judenthurm, rückwärts des Schottenklosters in dem Arsenal, eine eigene Judenstadt. Diese plötzliche Zurücksetzung der Juden machte sie zwar etwas klüger und vorsichtiger, stellte aber weder sie noch die Regierung zufrieden, und Kaiser Rudolph l. und dessen Sohn erneuerten im Jahre!278 die vom Kaiser Friedrich l. -im Jahre 12;7 gegebene Verordnung zur Ein« schränkung dieser Glaubensgenossen. Diese abermalige Zurückweisung in ihre ehemalige Schranken ward dmselbrn bald unerträglich. Sie versuchten nun dieß Joch abzufchütteln, und da cs nicht gelang, so suchten sie sich (wie sie fälschlich beschuldigt werden,) an den Beschränkern ihrer Handlungen zu rächen. Zu dieser Rache sollen sie im Jahre 1305 in Wien einen Ba^cr sich auSersehen, und durch große Versprechungen dazu gewonnen haben, daß er in der St. Michaelskirche eine Hostie aus dem Sakrarium raubte, und diese zur Ent« ehrung in ein Judenhaus in die Reifstraße; (heut zu Tage die Epicgelgasse), nach Andern nach Korneuburg. über« brachte.*) Hier soll dann selbe dem ganz betäubten und *) Da diesen Vorfall Frater Ambrosius, ein Mönch vom heiligen Kreuze, erzählt, so ist dieses Ereigniß