Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Geschichte der Israeliten in Wien und im Lande unter der Ens vom Jahre 1156 an bis in den gegenwärtigen Zeiten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 4)
- Language
- German
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so muß man doch emgrstehm, baß sie sich sicher seit 650 Iah. ren an der Wasserstraße bei Wien (obern Werd oderRoßau) niedergelassen, hier früh Handel getrieben» das Wechftlgeschüft zurrst eingeführt und fich nach und nach längs bet Wasserstraße (Donau) in Wien selbst ansaßig gemacht hatten. Kaiser Friedrich der k. erlaubte dem Markgrafen Hein, rich in der berühmten Urkunde, worin er ihn >m Jahre 1156 zum Herzoge und seine Grafschaft Oesterreich zu ei» new freien Herzogthum erhoben hatte, in seinem Lande, w,it der Kaiser im Reiche, die Juden zu halten׳) ihr Beschützer und ihr Richter zu sein"). Ihr geduldeter aber auch dafür gesteuerter Aufenthalt und ihr Handel wird als Herzogkiches Kammergefäll betrachtet. Sie wurden als Kammerknechte gehalten und zu den Diensten des Fürsten ver« wendet. Sie hatten, außer der tiefsten Unterwürfigkeit gegen den Fürsten und seinen Hofstaat, alle Arten von Lieferungen zu leisten. E>e mußten für sie Bettfedern, Pergamente für seine Kanzeleien herbrischaffen, Fuhrwerke besorgen, Silber, Gold und Münzen erhandeln, diese bei der Kam׳ wer auswechseln; Manchen und Gefalle in Pacht nehmen *) Kt polest in terris suis tmmbus tcnc-rt Iinlacos et rsuarios publicos, quos (vulgo Gavevts. bin) sin!ז im;1< rii uiolcstia et ofleusa «. s. w. ES scheint, das, die Juden schon zu dieser Zeit die Wechselbriefe an ihre abwesende״, Freunde, denen sie ihr Vermögen hinterließen, eingesuhrt haben. "ו Die übrigen Cburlürsten erhielten diese Freiheit erst in der gcldnm Bulle Kaiser Karls IV.