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Sulamith · 1812-01-01 · Heft 2 · p. Seite 169

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
4 (1812)
Issue
Heft 2
Article
Neue Schule für Israeliten, zu Tarnopol in Galizien
Date
1812-01-01
Page
Seite 169 (sequence 4)
Language
German
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169 Neigung, einige Stunden des Tages in verschiedenen nütz, lieben und angenehmen Arbeiten und Künsten geübt wer. den sollen, ist bis jetzt noch nicht zu Stande gekommen, wird aber hoffentlich bald ins Werk gesetzt werden. IV. Die Bildung der Jugend. Dieser Ausdruck kann manchen befremden; denn wel. che Schule ist nicht auf die Bildung der Jugend besorgt? — Und doch lehrt uns die Erfahrung, daß — wenigstens in den meisten bekannten jüdischen Schulen — (?) auf nichts weniger als auf d!r Bildung der Jugend gesehen wird. Da glaubt man Alles gethan zu haben, wenn die Kinder mit Dortheil in mehrern Gegenständen unterrichtet werden; auf die sittliche Ausbildung ihres Charakters hingegen wird wenig oder keine Rücksicht genommen. Das war unter andern eine der wichtigsten Ursachen, warum die vormaligen Schulanstaiten für dir galizische Judenschaft so wenig fruchteten, und warum solche, trotz dem besten Willen einer menschenfreundlichen und väterlichen Regierung, dennoch bald aufgelösit wurden. Durch diese traurige Erfahrung belehrt, ist die Tarnopoler Jsraeliti« sche Freischule zu einem Erzichungshause errichtet worden, wo eben in dem Grade auf die Eittsamkeit der Zöglinge und ihre moralische Bildung, wie auf ihren Unterricht mit größter Sorgfalt gesehen w!rd. Daher müsse» sie nicht nur allein in der Schule — nach einer besonders dazu verfaßten Anweisung — das sittsamste Betragen ge« gen Lehrer und unter sich selbst beobachten, sondern sie werden auch wegen ihrer häuslichen Aufführung und ihres Betragens gegen Eltern, Geschwister u. s. w. zur Rechen« schaft gezogen; denn sie müssen zuweilen schriftliche Zeug-

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