Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gallerie schädlicher Mißbräuche
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2304627-2304640-2304642-2307002--04263-2307307- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
-- 161 ken; und glückte unter Millionen Versuchen auch nur Einer. — Pflicht bleibt es für den Israeliten, selbst an seinen» heiligsten Festtage, selbst mit Aussetzung des Gottesdienstes, ein, unter den Trümmern eines zusanimengesturzten Gebäudes begrabenes Kind hervor ju ziehen. Und die Siechen, die vielleicht nur kurze Todtenblasse überzog, die schnell vom Schlagflusse scheinbar Getödteten, die in lange Obn« macht Versunkenen, diese wollte man, mitleidlos, unbarmherzig, mörderisch in die finstere Todtengruft verstoßen, in der sie vielleicht erwachen, ehe noch die zu eilfertigen Be« gleiter wenige Schritte vom Schauplatz« des granzenlosesten Jammers entfernt find? Man denke sich nur diesen Zustand in seiner ganzen, schwarzen martervollen Ausdehnung! Unmöglich wird es dann werden, jenem Vorurtheile der zu schnellen Deerdi» gung ferner zu stöhnen, welches gerade zu gegen die re« ligiösen Gesetze streitet. (Hier folgten nun Erinnerungen, in Ansehung des deS« halbigen Landesgesetzes, worauf es dann am Sclstusse heißt:) -- Wer irgend diese Bedingungen außer Augen setzt, muß nicht nur einer Bestrafung entgegen sehen, sondern es wird ihm auch — was die hatteste Strafe von allem ist — sein Gewissen stets den Vorwurfmachen, er könne veranlaßt, haben» daß sein nächst r Verwandter, baß der verehrte Urbeber seiner Tag«, daß die sorgsame Mutter, an deren Brüsten er sog, daß der Liebling seines Herzens, die Stütze seines Alters zu früh begraben in jenen unbe« schreidlichcn Abgrund der schrrckenvollsten Verzweiflung ge. iV. Iahrg. II. Band M