Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zwei Anreden an die Schüler der Bürgerschule der israelitischen Gemeinden zu Frankfurt a. M., in den bestimmten Andachtstunden
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 15)
- Language
- German
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127 Welch einen Schmerz müssen rechtschaffene Eltern ein« pfinden, wenn sie nichts als jugendliche Unarten von ihren Kindern hören, und die schlechte Aufführung derselben außer ihrem Hanse erfahren! Und wenn ihnen auch das schlecht« Verhalten ihrer Kinder eine Zei:lang unbekannt bliebe, so würden sie cs doch endlich und dann zu ihrer desto grös. fern Deerubniß erfahren müssen, wie wenig ihre Kinder, ihre theuersten Hoffnungen und Wünscht erfüllt haben; wie sie nun durch ihre Trägheit und schlechte Anwendung ihrer Ingendphre oder gar durch Gleichgültigkeit gegen Religion und Tugend den Eltern und den übrigen Ange« hörigen manche Detrübniß und manchen Kummer erregen. Von der andern Seite i. K. ist es unstreitig das größte Glück, das reinste Scelenvergnügen für gute El« lern, sich der wohlgerathenen Kinder erfreuen zu können, wie der weise König sagt: (Sprüche r;, 1;. 16.) ״Mein Sohn! wenn dein Herz recht weise geworden, ״ so freuet das Meinige sich in mir; mein Inneres froh, ״locket schon, wenn dein Mund weift und redlich spricht." Auch war es deswegen daS Einzige, welches sich Abraham als sein größtes Glück, oder vielmehr als ein Hauptbedingniß zu seinem Glücke von Gott erbeten: ״O daß nur Ismael dir wohlgefällig leb-! ״ Wer unter euch l. K. sollte für seine Eltern, für feine größten Wvhlthater und besten Freunde in der Welt so wenig Liebe haben, daß er ihnen nicht durch sein Wohl, verhalten Freude zu machen wünschte? Ich darf euch wohl nicht erst daran erinnern, wie sehr die Eurigen, aus wah« rer Liebe zu euch» und aus dem redlichen Verlangen euch