Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Schriften von und für Israeliten [Rezension]
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 5)
- Language
- German
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hatte versprechen lassen. Wirklich entdeckte diese Familie die That erst nach dem Tode des Seligen. Außer dem Vergnügen des Wohlthuens hat Rot h« fch i ld nur sehr wenig von seinem Vermögen genießen wollen. Er war nicht nur kein Freund von irgend einer Art Luxus, sondern hatte sich auch aus Religiosität man« che unschuldige Genüsse versagt und zu vielen Entbehrungen gewohnt. Er ließ sich sogar von seinen Domestiken, mit denen er aufs leutseligste umging, und sich nie herrisch ge. gm sie betrug, nur sehr selten bedimen, und that alles selbst, was er nur selbst thun konnte, und was mit dem Wohlstände nicht streitet. Er liebte zwar sehr die Reinlich, keir, in femem Hauswesen sowohl, als in seiner Kleidung, vermied aber alles Gepränge und allen Ueberfinß. Selbst bas schöne, prächtige Haus, welches er an der Ecke der Dornheimer Straße hotte aufbauen lassen, bezog er nicht selbst, sondern behalf sich bis an sein Code mit s.iner al. ten engen Wohnung mitten in der Judcngasse. Er würde diesen Bau unterlassen haben, wenn er es nicht theilö sei« ncr Kinder halber, die er sehr zärtlich liebte, theils um, so zu sagen, das Geld unter die Leute zu bringen und den Handwerkern — denen er nie etwas abgedungen hat — Arbeit zu vergönnen, theils aber, und zwar vorzüglich, darum gethan hätte, um sich den freudevollen Anblick zu verschaffen, die enge, düstere und kerkerartige Indengasse, dieses Symbol des menschlichen Elenrs, in eine der schön« sten Gassen Frankfurts umwandelt zu sehen; ein Genuß, weichen ihm selbst die unfreundliche cynische Philosophie gestatten muß.