Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Schriften von und für Israeliten [Rezension]
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 3)
- Language
- German
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feit so mancher Afteraufgeklarten sehr gram, und dennoch sah man ihn, den Menschen, ohne Unterschied ihrer Re« ligion und Denkungsart, wohlthun. Einer seiner Kom« toiristen verwendete sich einst bei ihm für einen Hülfesuchenden. ״Ist er alt׳ oder neumodisch?״ (d. h. nach der Denk, und Lebensart der alten oder neuen Juden) fragte Rothschild mit Ernst. Der Fürbittende gerieth in Verlegenheit, wollte aber doch die Wahrheit nicht unter« drücken, und gestand freimüthig, daß der Nothlcidende ei» Neumodischer sei. ״Gut, antwortete der Edle, dem muß man eine größere Gabt verleihen; ich kenne diese Art Leute, sie sind stolz, und können sich in der Noch nicht so sehr erniedrigen; und hierauf ließ er dem Bedrängten eine ansehnliche Gabe zukommen." -Rothschild erfuhr einst, daß ein gewis« ser Familienvater, der sich eine Zeit lang ehrbar und reich»!ich ernährt hatte, sehr heruntergekommen sei und sich in kritischen Umstanden befinde. Ihm Almosen anjubieten, durfte der Edle nicht wagen, ohne feine Delikatesse zu be« leidigen. Was that er aber? Er wußte, daß jener Mann ein Kenner von Bruchgold und Silber war; er packte also einen Beutel mit diesen Gegenständen zusammen, ließ den Man» kommen, gab vor, daß er dir im Beutel befindli« chen Sachen von einer Herrschaft n Kommission bekom» men habe, er aber kein Kenner davon sei und sich nicht damit abgeben wolle, und fiagte jenen, ob er nicht den Verkauf dieser Dinge übernehmen wollte? Er bestimmte ihm zugleich den Preis, welchen der angebliche Ergenthümer darauf setzte, absichtlich mit 800 fl. weniger als die Sa« C s