Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Schriften von und für Israeliten [Rezension]
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 2)
- Language
- German
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34 liche bestehen). Cr blieb derselbe bescheidene, anspruchkose Mann, der er war, als er sich außerm Hanse nach kleinen Wechselungen umsah. Aber welchen edlen Gebrauch wußte er von seinen bessern Umstanden zu machen! Von seinem Vermögen wandte er einen großen Theil zur Unter, siütznng der Armen und Hülssbedürftigen, und seinen Ein. stütz zur Fürsprache für Gnadcnsuchcnde an. Wie er zedoch überhaupt in seinen moralischen Grundsätzen rin wenig in Extreme ging, so hielt er es auch mit der Verwendung für andere, bei denjenigen Fürsten, wo er Zutritt hatte. Er kannte oft in seinen dringenden Fürbitten keine Zurück- Haltung, und fcheuetr die Gefahr nicht, sich dadurch den Unwillen der Großen zuzuziehen. So sehr loderte in ihm die Flamme der Menschenliebe, daß er zum Wohl anderer sein eigenes Interesse aufs Spiel setzte. — Doch überall siegt die Tugend. Wenn auch oft die Ungeduld des Fürsie» ihm einen drohenden Blick zuzog, so wurde doch dem Drange seines edelmüthigen HerzenStriebeS gern vergeben, und mau ließ feinen reinen Absichten Gerechtigkeit wider, fahren; ja er erhielt nicht selten, nach wiederholter Mei. gerung, die erbetene Gnade, und der Edle ging triumphi« rend und eilend zu seinem Klienten, um ihm die fröhliche Botschaft zu überbringen. Rothschild war nicht bloß auS einem eigenen Herzenstrieb, sondern auch aus guten religiösen und moralischen Grundsätzen fromm und wohlthatig. Er war zwar in seiner Idee von Religion rin wenig überspannt, und war eben den Andersdenkenden nicht so geneigt als Leuten von seinem System; war besonders der Zügellosig.