Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruchstück aus dem noch ungedruckten Werke " Selima's Stunden der Andacht und der Weihe für gebildete Israelitische Frauen und Mädchen"
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 21)
- Language
- German
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28 dir zwar wenigen, aber herrlichen Kostbarkeiten, die er sich zu nehmen erlaubt. Aber, fügte er mit lieblicher Traurig« feit hinzu: Was halfs! ich forschte vergebens, den Eigen« thümec und Urheber so vieler Schönheiten wahrzunehmen und kennen zu lernen. Warm schlug ihm mein liebende- Herz entgegen — gern hatte ich seiner Weisheit den gehö« rigen Tribut gezollt — gern um seinen freien Schutz ge« flehet — gern ihn um die Auflösung so manches mir rath« selhaft gebliebenen gefragt...... Hier konnte der König fein Entzücken und Wohlgefallen an des Jünglings klugen Reden nicht bergen, und nachdem er ihm seinen Beifall ge« schenkt und den Befehl rrtheilt, die mitgebrachten Klei« nodien in den königlichen Schatz zu tragen und sorgfältig zu verwahren, faßte er ihn bei der Hand und sagte: Komm, du Ersehnter, ich will dir zeigen, den du so lange verge« bens gesucht. Er führte ihn in eines der innersten Gemä« cher, beantwortete ihm jede seiner Fragen, nichts blieb ihm dunkel und verborgen: denn der Urheber und Eigenthümec des herrlichen Edens war kein anderer, als — der König selbst. Die Anwendung ist leicht, daher ich auch nur mit ei« nigen Fingerzeigen darauf hindeute. I ner König, der das Verdienst und die Tu« gend krönen und belohnrnwill, ist kein anderer, als der Herr drS Weltalls. Die drei Jünglinge stell:» die drei Klassen von Menschen dar, die in ihren Begriffen von des Menschen Bestimmung so verschie« deutlich denken und urtheilrn; das gepriesene Paradies nichts anders, als diese — unsere Welt.